Krippenspiel

Wie passen Kommerz, Krise und Krippe zusammen? Gar nicht. Guten Bräuchen wollen wir uns aber nicht verschließen. So entsteht in jedem Jahr eine Weihnachtskarte der nachdenklichen Art. Dieses Jahr lassen wir Pegida zur Entbindung Jesu aufmarschieren. Denn, wem es um die Erhaltung des Abendlandes geht, der sollte wissen, dass selbst unsere Grundwerte ein Import sind.

TSCHÜB German B

Päckchen aus Amerika: Die in Versalien getippte Adresse weist eine XY-STRABE aus. Logisch, denn die Ligatur ist nur im deutschsprachigen Raum gebräuchlich. Aber Mediengestalter mögen typografische Finessen und fügen ein Foto des Adressaufklebers unter Häme gerne ihren Kuriositätensammlungen hinzu – Berufsehre. Doch auch das Doppel-S ist hier bald nicht mehr richtig, denn nun kommt das Majuskel-Eszett. Noch regelt der Duden, dass es ein »nur im Wortinnern und am Wortende vorkommender, in der Praxis nur als Kleinbuchstabe verwendeter« Buchstabe sei. Der Rat für Rechtschreibung will dies nun ändern, so der Bericht vom Dezember 2016.

MASSVOLL oder MAẞVOLL? Wir wollen das Versaleszett!Wird das Fragezeichen zugunsten des großgeschriebenen »Buckel-S« auf der QWERTZ-Tastatur seinen Platz räumen müssen? Nein, das wäre zu logisch. Vermutlich wird es im Tastaturlayout für den deutschsprachigen Raum über die Kombination AltGr+h erzeugt werden können. Die Schweizer bei Logitech (in deren Land das bei uns so geliebte Eszett gar nicht verwendet wird) werden sich schon etwas ausdenken.

Alles auf eine Karte?

Im Oktober 2015 stellten wir im Kundenauftrag die Silhouetten der politischen Grenzen Finnlands, Deutschlands, des Vatikans und der Mongolei gegenüber. Dabei gingen wir dem klassischen Problem der Projektion der Fläche einer Kugel auf eine zweidimensionale Ebene auf den Leim. Wir haben daraus gelernt und fassen unsere Erkenntnisse hier zusammen – verbunden mit einem Appell an unsere geschätzten Kollegen.

Wir erhielten eine E-Mail eines renommierten Meteorologen: »Beim Größenvergleich Deutschland/Finnland stimmen zwar die Flächenzahlen, aber nicht die Flächenproportionen. Finnland ist flächenmäßig etwas kleiner als Deutschland, aber fast doppelt so groß dargestellt. Noch schlimmer ist das Verhältnis bei der Mongolei…« Dieser unangenehme Lapsus zog sich durch die weltweit verbreitete Druckauflage. Bei der Abbildung der Länderumrisse Finnlands, Deutschlands, des Vatikans und der Mongolei hatten wir eine Karte verwendet, auf der die Welt als Zylinderprojektion dargestellt wird. Nachdem wir den Fehler lokalisiert hatten, fasste der Meteorologe zusammen: »Das sind die Heimtücken der Kartografie. Man kann nicht alles zugleich haben – Flächen- und Winkeltreue.«